Vor Studi­en­be­ginn hat man sich die Frage zu stel­len, an welcher Hoch­schu­le man studie­ren möch­te. Viele Studi­en­in­ter­es­sier­te orien­tie­ren sich bei dieser Wahl auch an Rankings von Studi­en­gän­gen, wobei das Ranking des Centrum für Hoch­schul­ent­wick­lung (CHE) dabei einer der promi­nen­tes­te Vertre­ter ist.

Grund­sätz­lich soll­ten Hilfen und Anhalts­punk­te gebo­ten werden, die eine Entschei­dung für die Studi­en­orts­wahl erleich­tern. Die LAK Bayern sieht jedoch in Hoch­schul­ran­kings, insbe­son­de­re im CHE-Ranking, nicht den geeig­ne­ten Weg, diese Anhalts­punk­te zu liefern. Hoch­schul­ran­kings sugge­rie­ren den Eindruck, die Güte eines Studi­en­gangs sei verall­ge­mei­ner­bar und mess­bar. Das CHE-Ranking basiert zu einem großen Teil auf der Befra­gung von Studie­ren­den. Die abge­frag­ten Fakto­ren können diese jedoch nur indi­vi­du­ell und aus ihrer Perspek­ti­ve beant­wor­ten. So kann diesel­be Lehr­ver­an­stal­tung von unter­schied­li­chen Dozie­ren­den bereits konträr evalu­iert werden.

Die Aussa­gen sind nicht nur höchst unzu­ver­läs­sig, sondern es besteht zusätz­lich die Gefahr, dass sie keine Infor­ma­tio­nen über die Quali­tät der Lehre liefern, sondern eher die Marke­ting­maß­nah­men einer Hoch­schu­le bewer­ten, welche die eige­ne von ande­ren “konkur­rie­ren­den” Hoch­schu­len abgren­zen und in einem besse­ren Licht erschei­nen lassen sollen.

Die Quali­tät der Lehre lässt sich in wesent­li­chen Punk­ten nicht quan­ti­fi­zie­ren, weshalb eine nach quali­ta­ti­ven Maßstä­ben gewich­te­te Auflis­tung von Studi­en­gän­gen nicht gerecht­fer­tigt ist. Spezi­ell das CHE-Ranking weist außer­dem eine Viel­zahl an metho­di­schen Proble­men auf. Gera­de im Wissen­schafts­be­trieb ist es unver­ant­wort­bar, dass das CHE-Ranking dennoch von großen Teilen der Wissen­schafts­land­schaft unter­stützt wird, Auswir­kun­gen auf Geld­er­ver­tei­lun­gen hat und außer­dem zur Täuschung von Studi­en­in­ter­es­sier­ten beiträgt.

Die LAK Bayern ermu­tigt hier­mit Dach­ver­bän­de einzel­ner Fach­be­rei­che, Hoch­schu­len bzw. den gesam­ten Hoch­schul­be­trieb und weite­re betei­lig­te Akteu­rin­nen und Akteu­re dazu, sich kritisch mit Hoch­schul­ran­kings ausein­an­der­zu­set­zen und nicht mehr dem CHE-Ranking hinter­her­zu­he­cheln. Die LAK Bayern ruft dazu auf, keine weite­ren Daten mehr zur Erhe­bung des CHE-Rankings zur Verfü­gung zu stel­len und die Ermitt­lung nicht weiter zu unterstützen.

Posi­ti­on

Landes-ASten-Konfe­renz Bayern
c/o Studie­ren­den­ver­tre­tung der LMU
Leopold­stra­ße 15
80802 München