Der Bundes­tag verab­schie­de­te heute ein Hilfs­pa­ket zur Bewäl­ti­gung der Coro­­na-Krise. Das Bünd­nis “Sofort­hil­fe für Studie­ren­de” mahnt an, dass weiter­hin keine finan­zi­el­len Hilfen für die große Mehr­heit der Studie­ren­den enthal­ten sind.

„Ange­sichts der Coro­­na-Krise wird deut­lich, dass die Studi­en­fi­nan­zie­rung in Deutsch­land nicht krisen­fest ist. Nur ein Bruch­teil der Studie­ren­den erhält über­haupt BAföG, ein Groß­teil finan­ziert sich jedoch selbst oder wird durch Unter­halts­ver­pflich­te­te finan­ziert. [1] Den meis­ten Studie­ren­den nützt die beschlos­se­ne Ände­rung der Anrech­nungs­re­geln im BAföG also nicht. Die Studie­ren­den­ver­tre­tun­gen fordern seit Jahr­zehn­ten eine Auswei­tung des BAföG-Berech­­ti­g­­ten­­krei­­ses, hier und heute hätte exakt dies gesche­hen müssen.“,

so Katrin Löge­ring, Koor­di­na­to­rin des Landes-ASten-Tref­­fens NRW (LAT NRW).

Lasse Emcken von der Konfe­renz Säch­si­scher Studie­ren­der (KSS) ergänzt:

“Wir begrü­ßen ausdrück­lich, dass die Einkünf­te durch Arbeit in der Krisen­be­wäl­ti­gung nicht wie üblich auf das BAföG ange­rech­net werden. Den vielen Studie­ren­den, die kein BAföG bezie­hen und die ihren Lebens­un­ter­halt durch Arbeit neben dem Studi­um bestrei­ten müssen, ist damit aber leider nicht gehol­fen. In der aktu­el­len Lage ist eine Absi­che­rung der finan­zi­el­len Situa­ti­on für Studie­ren­de wich­ti­ger denn je. Wir müssen jetzt eben diesen Studie­ren­den helfen, die durch die Pande­mie akute Einnah­me­aus­fäl­le bewäl­ti­gen müssen und keine ander­wei­ti­gen Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten haben.”

Zur beson­de­ren Situa­ti­on auslän­di­scher Studie­ren­der erklärt Stephan Buch­ber­ger von der Landes-ASten-Konfe­­renz Nieder­sach­sen (LAK Nieder­sach­sen):

„Der Bundes­ver­band auslän­di­scher Studie­ren­der hat bereits darauf hinge­wie­sen, dass Studie­ren­de, deren Eltern außer­halb Deutsch­lands wohnen, derzeit nicht mehr durch ihre Fami­lie finan­zi­ell unter­stützt werden können. In vielen Ländern sind die Auswir­kun­gen der derzei­ti­gen Krise noch drama­ti­scher als in Deutsch­land. Die Studie­ren­den, die wegen des Wegfalls ihrer Jobs gar kein Geld mehr haben, fallen nun durch alle sozia­len Siche­rungs­sys­te­me in Deutsch­land. Daher fordern wir gemein­sam mit dem Bundes­ver­band auslän­di­scher Studie­ren­der als Bünd­nis, der finan­zi­el­len Ungleich­be­hand­lung von Studie­ren­den unter­schied­li­cher Herkunft entgegenzuwirken.”

„Aktu­ell wird über­deut­lich, dass es eine verzerr­te öffent­li­che Wahr­neh­mung der studen­ti­schen Lebens­rea­li­tät gibt. Das Studi­um hängt für viele Studie­ren­den exis­ten­zi­ell von den Einkünf­ten aus ihren Neben­jobs ab. Sie wissen gera­de nicht, wie und ob sie ab April ihr Studi­um weiter­fi­nan­zie­ren können. Hier ist drin­gend ein sofor­ti­ger Notfall­fond anzu­le­gen, um den aktu­el­len Wegfall der Studi­en­fi­nan­zie­rung zu kompen­sie­ren. Unse­re Forde­rung deckt sie hier­bei mit dem Deut­schen Studen­ten­werk, das eben­falls schnel­le und unbü­ro­kra­ti­sche Hilfe für die Studie­ren­den gefor­dert hat.”,

erläu­tert Maxi­mi­li­an Frank von der Landes-ASten-Konfe­­renz Bayern (LAK Bayern).

Das Bünd­nis “Sofort­hil­fe für Studie­ren­de” besteht partei­über­grei­fend aus vielen Studie­ren­den­ver­tre­tun­gen aus der ganzen Bundes­re­pu­blik. Inner­halb von 4 Tagen wurden auf der Peti­ti­ons­platt­form Open­Pe­ti­ti­on [2] rund 17.500 Unter­schrif­ten für eine finan­zi­el­le Sofort­hil­fe für betrof­fe­ne Studie­ren­de gesam­melt. Bereits 6000 Kommen­ta­re zur persön­li­chen Situa­ti­on vieler betrof­fe­ner Studie­ren­der machen die Dring­lich­keit klar: Der Bund darf die Studie­ren­den nicht erneut vergessen!

[1] https://​www​.studen​ten​wer​ke​.de/​d​e​/​c​o​n​t​e​n​t​/​c​o​r​o​n​a​–​p​a​n​d​e​m​i​e​–​d​e​u​t​s​c​h​e​s​–​s​t​u​d​e​n​t​e​n​w​erk [2] https://​www​.open​pe​ti​ti​on​.de/​p​e​t​i​t​i​o​n​/​o​n​l​i​n​e​/​s​o​f​o​r​t​h​i​l​f​e​–​f​u​e​r​–​s​t​u​d​i​e​r​e​n​d​e​–​j​e​tzt

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